Pfingsten und was es damit auf sich hat

Wie Ostern ist Pfingsten ein christliches Fest, dass für mich persönlich eigentlich keine Bedeutung hat. Natürlich genieße ich den zusätzlich freien Montag. Viele meiner Bekannten, besonders die mit Kindern,  haben Urlaub bzw. nehmen Urlaub, um ein paar Tage zu verreisen. Während meiner aktiven Aikido-Unterichtszeit musste ich die Pfingstferien immer in meiner Planung mit berücksichtigen. Aber eine wirkliche innere Bedeutung hat Pfingsten für mich bislang nicht gehabt. Zwar gehört es neben Weihnachten und Ostern zu den hohen Feiertagen, aber die Bedeutung erschließt sich mir nicht.

War das dieses Jahr anders? Eigentlich nicht. Aber die Pfingst-Feiertage waren in diesem Jahr turbulent. Und dass nicht nur bei mir, sondern bei Vielen in meinem Bekanntenkreis. Daher habe ich mich gefragt, was heißt Pfingsten eigentlich und was ist die tiefere Bedeutung davon? Auch die christliche Bedeutung. Und so habe ich angefangen, ein wenig zu forschen.

Pfingsten findet am 49. Tag nach Ostersonntag statt und gefeiert wird die Entsendung des heiligen Geistes. Dies wird auch als Gründung der Kirche verstanden. Aus meinen Jugendtagen erinnere ich mich noch an das “Pfingstwunder”, ohne dass ich hierzu sagen könnte, was genau das umfasst bzw. bedeutet. Aber es heißt wohl, dass die Jünger Jesu – zumindest ist es so in der Apostelgeschichte geschrieben – die Fähigkeit hatten, fremde Sprachen zu sprechen und diese auch zu verstehen. Offensichtlich hat es auch mit dem Auftrag zur Verbreitung des Christentums zu tun.

Geht es also um das Weitergeben der christlichen Botschaft? Geht es somit letztlich um Kommunikation? Um authentische Kommunikation? Ich kann es nicht sagen. Aber irgendwie macht das durchaus Sinn. Sprachen sprechen heißt für mich persönlich nicht nur, dass ich Englisch oder Französisch sprechen kann. Es bedeutet viel mehr, bin ich in der Lage, einem anderen wirklich zuzuhören, mich in seine Welt hinein zu versetzen? Höre ich wirklich zu oder warte ich nur auf eine Atempause des anderen, um meine eigenen Gedanken, meine eigene Meinung anzubringen?

Was ist meine eigene innere Haltung dazu? Will ich verstehen mein Gegenüber wirklich oder will ich meine Meinung durchsetzen? Mir persönlich ist durchaus beides bekannt. Doch letztlich ist Verstehen wollen – davon bin ich überzeugt – der bessere Weg, führt er mich doch aus einer Art Isolation heraus. Ich stelle fest, außer meiner gibt es noch eine andere Welt, die genauso Gültigkeit hat wie meine. Richtig und falsch – gibt es das dann überhaupt? Eigentlich sind es doch lediglich unterschiedliche Betrachtungsweisen. Einmal von schräg untern, einmal von links oben – wenn man so will. Und schwierig wird es, wenn ich meine Ansicht, meine Meinung für die einzig richtige halte. Oder?

Jedenfalls haben wir in diesem Jahr ob des etwas schwierigeren  Pfingsten genau hierzu meditiert. Zur Bedeutung, zum Wesen von Pfingsten 2017. Ganz interessant, was sich da zeigte:

Ganz überraschen. Alles, was ich sah drehte sich um Kommunikation. Immer wieder. Lauter Situationen, in denen Kommunikation und Austausch geschieht: zu Hause, Arbeit, Freunde – alles nichts wirklich Spektakuläres, aber immer den Fokus auf Kommunikation. Ich war selbst auch immer dabei, hatte auch immer etwas zu bereden. Dann hatte ich ein sehr schönes Bild. Wie eine Sonne, ein sonnenähnliches Gebilde – rund und in schönen, satten gelb und rotgelbgoldenen Ton, feines Licht. Es hat sich von einem Punkt ausgehend ausgebreitet. wurde immer ausfüllender.  Ich war Teil davon, war eingebettet in Licht. Einfach schön. Licht scheint dieses Jahr wichtig zu sein. Besonders wichtig zu sein. Kommunikation war schön, ein schöner Austausch. Klaus

 

Es war dunkel. In der Mitte zwischen meinen gekreuzten Beinen sah ich etwas leuchtend gelbes mit einem roten beweglichen Punkt darauf. Dieses Gebilde waberte herum, sah aus ein wenig wie ein Spiegelei. Es waberte in seinem eigenen Rhythmus herum. Sehr merkwürdig, aber es leuchtete schön. Um mich herum war alles dunkel. Kurz sah ich Bekannte und Freude in der Dunkelheit auftauchen, auch andere Situationen aus dem Alltag tauchten auf.

Dann wuchs das leuchtende Gebilde, brach irgendwie auf, ergoss sich und gewann dadurch an Strahlkraft. Es stieg hoch zu meinem Herzraum. Ich hatte einen Impuls, einen kurzen Eindruck von “Grenzen setzen”, die eigene Wahrnehmung anerkennen, zur eigenen Wahrheit stehen. Und mit diesem Gedanken wurde es immer heller. Die Dunkelheit um mich herum wich mehr und mehr zurück. Ein schönes, strahlendes Licht ging von meinem Herzen aus. Licht der Befreiung! Licht nach außen. Ich bin die Wahrheit, das Licht, das Leben. Sabine

 

Schnell war die Verbindung zu Sabine, Klaus hergestellt. Wir sitzen dort „im Dreieck“, verbunden durch Handfassung, jeder hat eine „zackige“ Krone auf dem Kopf. Niemand spricht, unsere Münder sind fest geschlossen, und dennoch verbindet uns irgendwie eine angeregte „Kommunikation“ miteinander. Nach einer Weile sehe ich, wie wir uns gleichzeitig zurücklehnen und wie Raketen in der jeweiligen Richtung aus dem Raum schießen.

Ich lande auf dem Weg, den ich so oft mit meinem Hund entlang gehe. Es geht durch hohes Gras, dann eine steile, steinige Allee hinauf. Es ist sehr mühsam und kraftraubend, ich fühle mich müde und lustlos, und weiß überhaupt nicht, warum ich mir das eigentlich antue. Nach halber Strecke lasse ich mich die grasbewachsene Böschung hinunterdriften und lande vor einer sehr alten Eiche mit zerklüfteter Rinde. Ich sehe ganz vage eine Bewegung.

Aus einer Nische hinter der rauen Borke hat sich etwas ganz Spindeldürres herausbewegt. Es wirkt zerbrechlich und ist durchsichtig, fast unsichtbar, und daher irgendwie unbeschreiblich. Meine Aufmerksamkeit ist plötzlich geweckt: ist dies das Wesen von Pfingsten? Ich merke, dass es zu mir sprechen will, aber alles, was ich hören kann, ist nur ein Rauschen. Ich verändere meine Position, und kann dem Rauschen plötzlich doch ein paar Wortfetzen entnehmen. Beim Wesen von Pfingsten geht es um Verständigung, Kommunikation und die scheint mir dieses Jahr sehr mühevoll bzw. ziemlich gestört zu sein. Jutta

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