Waffeln mit Zimt-Äpfeln

Ich bin definitiv nicht mehr auf Winter eingestellt. Der Schnee ist hier bei uns mittlerweile vollständig weggetaut. Nur auf dem Hof hält sich noch hartnäckig ein kleiner Rest. Dort nämlich, wo der Nachbar den Schnee mit dem Traktor zusammengeschoben und fast haushoch aufgetürmt hat. Aber es ist nur noch eine Frage von ein paar Stunden, maximal ein paar Tagen, dann ist er auch dort Geschichte.

Habe ich vor ein paar Wochen noch fast erstaunt festgestellt, dass die Vögel morgens zwitschern, so ist das jetzt auch schon wieder normal. Ich würde sogar soweit gehen, dass sie nicht nur zwitschern, sondern zu nachtschlafender Zeit Radau machen.

Es ist schön anzusehen wie Sperlinge, Blaumeisen, Stare und Finken damit beschäftigt sind, die Brutplätze des vergangenen Jahres zu begutachten, sauber zu machen und neu auszustatten. So manches Pärchen ist schon richtig mit Nestbau beschäftigt. Einer verschwindet mit Gräsern und Moos im Schnabel im Nest, der andere schiebt draußen Wache. Einige, besonders Stare, scheinen mit ihren Nestern schon fertig zu sein, denn sie hocken mit glänzendem Gefieder am Eingang und werben lautstark mit ihrem Eigenheim.

Ich kann mich noch gut an eine Begebenheit erinnern, ich glaube das war im März vor zwei oder drei Jahren. Meine Nachbarin war damit beschäftigt nach dem Winter ihre Terrasse auf Vordermann zu bringen und ich tat selbiges auf meinem Balkon. Als wir fertig waren, kam Frau Blaumeise angeflogen und verschwand über meinem Balkon oberhalb einer Dachfette im Dach. Kurze Zeit später flog das Nest raus – zumindest Teile davon -, gefolgt von allerlei Kleinkram wie Ästchen, Zweige, Moos, Heu. Das Ganze ging natürlich nicht ohne Gezeter ab. Mein Balkon sah aus wie ein Schweinestall. Dass ich kurz davor gefegt hatte, war nicht mehr zu erkennen. Aber ich fand die ganze Sache äußert komisch. Fast war es als ob meine Nachbarin und ich Frau Blaumeise an die anstehende Hausarbeit erinnert hätten. “Jetzt muss ich mich aber sputen!” Im weiteren Verlauf des Frühjahrs herrschte über der Dachfette ein emsiges Kommen und Gehen. Kino für meine Katzen, aber zum Glück unerreichbar.

Mein Kater Maxl (Justus Maximilian Freigeist von Sufferloh) ist von den Vögel zur Nestbauzeit durchaus geschätzt, genauer gesagt: sein Fell. Er sieht im Winter immer aus als ob er sich für Sibirien eingekleidet hätte. Und im Frühjahr fängt er an, sein Fell abzuwerfen. Gleich wo er ist, sobald er sich kratzt, bleiben dicke Wollknäul liegen und schon oft habe ich kurz darauf Vögel gesehen, die mit so einem Knäul im Schnabel davongeflogen sind. Kann man gut brauchen!

Und so wird es langsam, aber sicher immer wärmer. Manchmal meine ich sogar schon über den Wiesen einen feinen grünen Schleier zu sehen. Ansonsten macht die Welt im Moment noch nicht allzu viel her, wirkt eher zerknautscht und unordentlich graubeigebraun. Nicht sehr schön in meinen Augen. Wenn da nicht der feine Grünschleier über den Wiesen wäre. Das lässt hoffen.

Sonntag dachte ich bei mir, es wäre mal wieder an der Zeit, Waffeln zu backen. Die passen gut in diese Zeit zu Fasching und kommendem Frühling. Mit Obst, in diesem Fall karamellisierten Äpfeln und etwas Sahne, einfach damit es nicht ganz so trocken ist. War eine gute Idee, wie sich herausstellte.


Waffeln mit Zimt-Äpfeln
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Vorbereitungszeit 15 Minuten
Kochzeit / Backzeit 50 Minuten
Gesamt 1 Stunde 5 Minuten
Portionen 2 Personen

Zutaten

Für die Waffeln

  • 200 g Butter
  • 70 g Rohrohrzucker
  • 4 Bio-Eíer
  • Abrieb einer Bio-Zitrone
  • 1 Päckchen Vanillinzucker
  • 250 g Dinkelmehl (Bio)
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 - 2 EL Rum
  • 150 ml Schlagsahne

Für die karamellisierten Äpfel

  • 2 säuerliche Äpfel wie Boskop oder Elstar
  • 1 EL Rosinen
  • 1 EL Rohrohrzucker
  • etwas Butter
  • 100 ml Weißwein oder Cidre
  • 1/2 TL Zimt

Und so geht's

Wafffelteig bereiten und Waffeln backen

  1. Butter (zimmerwarm), Zucker, Zitronenabrieb und Vanillinzucker schaumig rühren, die Eier nach und nach dazu geben  ♦ Mehl mit Backpulver vermischen, eine Prise Salz hinzugeben und alles nach und nach miteinander gut verrühren ♦ ggf. etwas Wasser hinzu fügen, sollte der Teig zu dickflüssig werden ♦ 1 - 2 EL Rum hinzufügen, je nach Jahreszeit auch Gewürze wie Zimt, Kardamom oder Lebkuchenmischung ♦ Teig etwas ruhen und quellen lassen

  2. Waffeleisen aufwärmen ♦ ggf. Waffeleisen einfetten mit Butter oder Butterschmalz,  1 - 2 EL Teig in die Mitte des Waffeleisens geben und die erste Waffel backen, auf einem Kuchengitter auskühlen lassen ♦ ggf. noch etwas Flüssigkeit hinzufügen ♦ danach die Waffeln backen - eine nach der anderen

Zimtäpfel zubereiten

  1. Äpfel waschen, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden (bei frischen Äpfeln die Schale ruhig dran lassen) ♦ in einer Pfanne die Butter zerlassen und ca. 1 EL Zucker karamellisieren, dabei aufpassen, dass der Zucker nicht zu dunkel wird und verbrennt ♦ Äpfel und Rosinen hinzufügen und kurz mit dünsten ♦ mit dem Weißwein ablöschen und den Wein etwas einkochen lassen ♦  mit Zimt bestäuben ♦ Sahne schlagen und zur Seite stellen

  2. auf einen Teller jeweils eine Waffel geben, etwas von den Zimtäpfeln dazugeben, ebenfalls etwas Schlagsahne ♦ Fertig!

Rezepthinweise

Wenn der Waffelteig zu dickflüssig ist, kann man ihn jederzeit mit Wasser oder Milch verdünnen. Bei Verwendung von Wasser werden die Waffeln eher knusprig, was ich persönlich bevorzuge. Bei Verwendung von Milch werden sie weicher. Je nach Jahreszeit, kann der Waffelteig mit verschiedenen Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Nelkenpulver etc. verfeinert werden.

In meiner Heimat isst man traditionsmäßig heiße Kirschen zu den Waffeln, aber auch andere Obstsorten sind nicht zu verachten und entsprechend einen Versuch wert. Werden wie hier Äpfel verwendet, kann man statt Wein zum Ablöschen auch Cidre nehmen - so man welchen zuhause hat. Hatte ich leider nicht, hätte ich jedoch bevorzugt.

Übrig gebliebene Waffeln können übrigens in einer gut verschließbaren Gebäckdose mehrere Tage aufbewahrt werden, ohne dass Konsistenz oder Geschmack darunter leiden.

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